Wie aus Freundschaft Firma wurde

Wie alles begann...

Patrick, Felix und ich sind seit 2010 beste Freunde. Wir haben unsere "Glanzzeiten" miteinander verbracht und kennen uns in- und auswendig. Streitigkeiten gab es, bis auf ein paar kleine Ungereimtheiten, eigentlich nie. Ich bin noch immer der Meinung dass es an unseren Sternzeichen liegt, wir sind alle drei Wassermänner. Gesprochen haben wir immer wieder davon selbständig zu werden, das Produkt dazu hat uns aber noch gefehlt. Wir haben uns oft nächtelang den Kopf zerrissen was wir erfinden könnten. Jetzt lache ich über die Ideen die uns in diesen Nächten gekommen sind. Als klar war dass wir nichts erfinden können war das Thema Selbständigkeit für eine Zeit lang untergegangen. Wie es wahrscheinlich jeder kennt regt man sich hier und da mal über seinen Arbeitsplatz auf, man fühlt sich ungerecht behandelt, möchte nicht herumkommandiert werden, keine Überstunden machen weil die Arbeit noch nicht fertig ist, die Kollegen nerven, das Geld stimmt nicht und und und...Jedenfalls wurde durch genau diese Aufregung die Selbständigkeit wieder zum Thema. Patrick, seine Freunde nennen ihn eigentlich alle "Brauni", kam plötzlich mit der Idee "Biokleidung". Ihr müsst wissen, Patrick hat ein irrsinniges Talent sich auszudrücken, Felix und ich waren schnell von dieser Idee überzeugt.


Der Name

Nun mussten wir uns auf einen Namen einigen. Ich kann euch sagen, das ist nicht einfach. Der Name BrainyClothes kommt hauptsächlich von Patrick.  BrainyClothes heißt zu Deutsch „Gescheite Kleidung“, wie man sieht, der Name sagt sehr viel aus und ergibt auch Sinn.


NIFE

Allerdings durfte NIFE nicht untergehen. Felix und ich hatten uns schon damit beschäftigt, als wir unsere eigenen Trikots designen wollten. Die Zusammensetzung NIFE ist nicht allzu knifflig gewesen, das NI kommt von Nina und das FE von Felix, englisch gesprochen klingt es wie das Messer „knife“, daher der Name der Streetwear-Kollektion.


Das Logo

Als nächstes brauchten wir ein Logo. Zwar sind wir alle drei kreativ, aber das Logo das Patrick im Internet gefunden hatte, war einfach perfekt! Wir hatten Glück und konnten die Lizenz für diesen „Lebensbaum“ kaufen. Nicht nur das Optische gefällt uns, es ist viel mehr die Bedeutung hinter diesem Baum. Der Baum ist ein Zeichen für Entstehung, Fortpflanzung und Leben. Seine Wurzeln reichen tief in die Erde und seine Wipfel berühren oder tragen den Himmel. Somit verbindet er die drei Ebenen Himmel, Erde und Unterwelt. Baum ist Natur, Natur die wir schützen und vor allem unterstützen sollten!


Der Produzent

Die Suche ging los. Es ist nicht einfach gewesen, einen Produzenten zu finden der unseren Anforderungen entspricht. Wichtig war keine Chemie, keine Kinderarbeit, keine Ausbeutung, gerechte Behandlung und Bezahlung der Arbeiter, Qualität, Tragekomfort, Produkte aus biologischem Anbau und die Einbindung von Österreich. Nach langen Nächten und Strapazieren des Datenvolumens, haben wir endlich jemanden gefunden. Unser Produzent ist weltführend in dieser Branche. Er erfüllt all unsere Ansprüche. Die Produktion unserer Bekleidung findet zwar unter anderem in Bangladesch statt, aber nur in streng kontrollierten Fabriken. Die FWF (FairWearFoundation) kontrolliert die Arbeitsbedingungen dort. Der GOTS (Global Organic Textile Standard) garantiert den biologischen und nachhaltigen Anbau bzw. Abbau der Produkte. Die Endproduktion findet in Österreich statt. Auch hier mussten wir uns wieder auf die Suche machen und wir haben die für uns perfekten Partner gefunden. Die Drucke oder Sticke auf unserer Bekleidung sind zu 100% biologisch abbaubar, sowie chemie- und schadstofffrei. Die Mitarbeiter in unserer Partnerfirma sind hauptsächlich beeinträchtigte Menschen.  Österreich einbinden und Österreich fördern, unsere Ansprüche sind erfüllt.

Der Preis

Ok Produzenten haben wir bereits gefunden somit konnte dieser Punkt von der To-Do-Liste gestrichen werden. Kurz zu unseren Preisen. Geld steht für uns nicht im Vordergrund, natürlich verdienen wir mit dem Verkauf, aber im Vergleich zu unseren Konkurrenten kommt unterm Strich nicht viel dabei raus. Da jeder von uns einen Vollzeitjob hat und sein Gehalt verdient, sind wir von diesen Einnahmen nicht abhängig. Das bringt uns den Vorteil bei unserer Preiskalkulation mit einem geringeren Gewinnaufschlag ein top Preis-Leistungs-Verhältnis bieten zu können.

Die Anmeldung

Die nächste Hürde! Wer es vielleicht kennt, alles was rechtliche Dinge angeht ist mühsam. So mussten wir zuallererst überlegen welche Rechtsform für uns in Frage kommt. Da wir mit Eigenkapital und ohne jegliche Fremdfinanzierung arbeiten war die GmbH schon einmal ausgeschlossen. Auch der Eintrag ins Firmenbuch wäre für uns schon zu viel gewesen. Wir sind Kleinunternehmer und damit wir die Kleinunternehmerregelung auch anwenden können haben wir uns für die GesbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) entschieden. Kein Eigenkapital, Anwendbarkeit der Kleinstunternehmerregelung und kein Firmenbucheintrag. Die Also gingen wir zur WKO (Wirtschaftskammer) und jeder von uns meldete ein Gewerbe an, die genaue Bezeichnung lautet „Handelsgewerbe mit Ausnahme der reglementierten Handelsgewerbe“. Ja jetzt waren wir also gewerbeberechtigt und selbständig, perfekt, dann kann es ja losgehen!

Die erste Bestellung

Die Aufregung ist riesig, die erste Bestellung muss gemacht werden. Logos hatten wir, jetzt ging es zum Rollinge aussuchen. Leider gab es bei der ersten Lieferung einige Probleme, aber wir haben uns mit den Lieferanten ausgesprochen, besser Konditionen verhandelt und konnten mit den kleinen

Fehlern leben. Patrick hat die erste Bestellung abgeholt und musste den ganzen Tag warten bis Felix und ich abends vorbei kamen um die Kartons gemeinsam zu öffnen. Wir haben alles gefilmt und auch auf unserer Instagram und Facebook Seite geteilt, es war ein besonderer Moment, das kann ich euch sagen. Jetzt geht’s ans verkaufen!


Der Onlineshop

Gleich, nachdem wir den Onlineshop schnell erstellt haben. Der Verkauf über einen Onlineshop erspart uns Kosten, Mitarbeiter und erleichtert es uns die Arbeiten als „Afterworkjob“ zu erledigen. Dass ein Onlineshop so aufwendig ist, hätte ich mir vorher nicht gedacht. Ich bin lange daneben gesessen, allein die passende Schrift zu finden ist schon ein kleines Abenteuer und vor allem es muss den anderen beiden ja auch gefallen. Viele Diskussionen und Änderungen wurden durchgeführt, aber das Endprodukt lässt sich sehen, wir sind schon ein bisschen stolz darauf.

Das Fotoshooting

Onlineshop ist fertig, Shirts sind da, irgendwas fehlt…etwas Wichtiges…die FOTOS! Wir haben über Facebook und Instagram Freiwillige gesucht und siehe da, wir haben genug Models, männlich und weiblich, zusammengebracht, ein Model ist sogar extra von Schladming angereist, danke Livi nochmal! Ok die „Location“ war ganz klar GRAZ. Wir hatten Glück und wir haben so viele hilfsbereite Menschen gefunden. Nicht nur dass uns die Models und die Fotografen Paul und Fotostudio Lend freiwillig geholfen haben, uns wurde sogar kostenlos ein Raum im Akakiko in Graz zur Verfügung gestellt, dort konnten wir unsere Models und Fotografen unterbringen und versorgen. Patrick hat mit Friseur Klipp am Jakominiplatz eine Vereinbarung getroffen, die Friseurinnen haben uns die Haare gemacht, kostenlos, es war echt top was alle geleistet haben. Wir haben uns wirklich wahnsinnig gefreut, alle waren toll! Das Shooting selbst war auch cool, wir sind mit unseren Requisiten los zur Erzherzog-Johann-Brücke und nach einer Mittagspause rauf auf den Schlossberg, das Ergebnis – MEGA!Am schwersten war das Auswählen der besten Fotos, wir sind zehn Stunden neben dem Computer gesessen und haben aus fast 2000 Fotos die 200 besten rausgesucht und den Fotografen zur Bearbeitung geschickt.

 


Die Eröffnung

Die bearbeiteten Fotos sind da, der Onlineshop vervollständigt, jetzt kann es

wirklich losgehen. Wir mussten unsere Follower lange hinhalten. Durch die Verzögerungen kam alles später als gedacht, aber um ehrlich zu sein, wir hätten es nicht früher geschafft. Jedenfalls die Eröffnung, ein Monat nach unserer Gewerbeanmeldung sind wir mit unserem Shop online gegangen. Das Ergebnis war ein Wahnsinn, die ersten Shirts waren ausverkauft, wir konnten es nicht fassen, wir haben so viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt und können uns nun endlich über unseren Erfolg freuen. BrainyClothes bedankt sich bei allen die uns unterstützt haben und an uns geglaubt haben, DANKE!


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Kommentare: 1
  • #1

    Moiz (Dienstag, 12 September 2017 19:41)

    Tolle Story. ��